Nicht nur für Kunstliebhaber – Helmut Newton

Sehenswert | 4 Mrz 2010

Da man ja nicht immer nur in den eigenen vier Wänden sitzen kann, habe ich mich eine Weile ins Auto gesetzt und bin nach Berlin gefahren. Im dortigen Museum für Fotografie gibt es noch bis Mitte Mai eine exzellente Ausstellung mit Arbeiten von Helmut Newton (1920-2004) namens “SUMO”.
Eingefleischte Newton-Fans werden jetzt gleich vor Verzückung Juchzen. “SUMO” ist das teuerste und spektakulärste Photobuchprojekt aller Zeiten. Zehn Jahre ist es jetzt her, das der Kölner Verleger Benedickt Taschen den Fotografen Helmut Newton für dieses Projekt begeistern konnte. Das Buch “SUMO” fällt nicht nur durch seine Maße aus dem Rahmen, ist es doch deutlich größer als A4, auch der Inhalt umfasst eine kleine Privatsammlung. Kein Wunder, das das Buch innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war und heute astronomische Preise erzielt.
Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was sich hinter diesem geheimnisvollen Titel verbirgt, öffnet das Berliner Museum für Fotografie seine Türen. Alle 394 Fotografien des Werkes werden gezeigt und sind mehr als sehenswert! Anläßlich des zehnjährigen Jubiläums kann eine Neuauflage (allerdings in handlicherem Format) des Buches erworben werden.
Und wem es nicht reicht, ehrfürchtig durch die stillen Hallen des Museums zu wandeln und seine Nase ganz dicht an die Bilder zu halten, der kann danach noch stundenlang im Shop des Hauses stöbern. Hier findet sich eigentlich fast alles was in Richtung Fotografie Rang und Namen hat. Und das erstandene Werk kann anschließend bei einem Kaffee im Cafe des Museums genoßen werden.
Ich hab mich danach lieber auf ein Steak einladen lassen, mir die Nase an den Schaufenstern des Ku´damms platt gedrückt und mich zurück in die Heimat chauffieren lassen. Die anregende Ausstellung wurde dann noch bei einem vollmundigen Whiskey diskutiert und die ein oder andere Pose auf Alltagstauglichkeit erprobt.

Mein Fazit: Ich muss mir jetzt unbedingt das Buch kaufen! Und ich frage mich, ob Schamhaare nicht vielleicht doch den Zweck haben, durch das Verdecken Lust auf mehr zu wecken. Aber ob ich das Ausprobiere ist eine andere Geschichte.

(Bildquelle: © Florentine Winter)

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